HR im KI-Rausch – und wo bleibt der Mensch?

Ich bin auf dem HR Festival Europe in Zürich. Nicht, um Trends abzuhaken, sondern um zu verstehen, was Fach- und Führungskräfte sowie HR aktuell wirklich bewegt.

Mein Eindruck nach „Speed-Meetings”, „Stage Speeches” und „Talks” mit Ausstellern ist eindeutig:

KI ist allgegenwärtig.

Sie steuert Candidate Journeys, übernimmt Matching-Prozesse und vereinbart Interviews. Sie nutzt gezielt unsere Communities in LinkedIn, WhatsApp und anderen sozialen Medien, generiert Referrals und Leads. KI automatisiert das, was wir bisher als Beziehungsarbeit, Empfehlungen, Talentpool und Mundpropaganda bezeichnet haben. KI-Agenten und -Bots werden unsere neuen Ansprechpartner, hinterlassen uns WhatsApp-Nachrichten und buchen unsere Sitzungsräume. HR wird skaliert.

Effizienz ist kein Ziel mehr, sondern Standard. Und doch stellt sich eine entscheidende Frage:

Wo bleibt der Mensch in dieser neuen Logik?

Denn parallel dazu erlebe ich in meinen Coachings eine andere Realität: Fach- und Führungskräfte sind auf der Suche.

Nach Orientierung. Nach Sinn. Nach ihrer Rolle.

Aktuelle Zahlen von Personio zeigen ein differenziertes Bild: Über die Hälfte der Mitarbeitenden steht der Digitalisierung offen gegenüber. Gleichzeitig wünschen sich ebenfalls über die Hälfte klare Leitplanken im Umgang mit KI.

Hier entsteht ein Spannungsfeld: Unternehmen investieren massiv in Tools, Systeme und Technologien, während Menschen nach Zugehörigkeit und dem „richtigen Ort“ suchen. Vielleicht ist genau das das Paradoxon unserer Zeit:

Noch nie war so viel möglich – und gleichzeitig so wenig klar.

Besonders aufschlussreich ist, dass 88 % der sehr zufriedenen Mitarbeitenden ein hohes Vertrauen in ihre direkten Vorgesetzten haben – deutlich mehr als in die Personalabteilung oder die Geschäftsleitung.

Warum? Weil Nähe zählt. Weil Kommunikation zählt. Weil echte Verbindung zählt.

Gleichzeitig ist die eigentliche Herausforderung auf Geschäftsleitungsebene jedoch die Volatilität: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Dynamiken und steigende Erwartungen an KI. Unsicherheit ist zum Dauerzustand geworden.

KI kann Prozesse übernehmen, aber keine Orientierung geben.

Was es jetzt braucht, ist mehr als Systeme: Es braucht Führung, die verbindet. Und Räume für echten Dialog.

In dieser oft unsichtbaren Schnittmenge zwischen Unternehmenslogik und individuellen Bedürfnissen entstehen Entwicklung, Bindung, Sinn und nachhaltige Leistungsfähigkeit. Und genau dort wird persönliche Begleitung wieder zentral. Teamentwicklung und Coaching sind deshalb kein „Nice-to-have“, sondern ein strategischer Hebel.

Warum war meine Teilnahme am HR Festival wertvoll? Weil ich nah dran bin an dem, was meine Kunden bewegt. Nicht aus der Distanz, sondern mitten im Geschehen.

Denn trotz aller technologischen Dynamik bleibt eines bestehen:

Der Mensch ist und bleibt der entscheidende Faktor.

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WARUM WIR IN ALLES INVESTIEREN – AUSSER IN UNS SELBST

Während Investitionen in Organisationen und Projekte selbstverständlich sind, wird der Nutzen von Coaching und individueller Entwicklung häufig als nachgelagerte Priorität behandelt. Dabei sind es gerade Führungs- und Fachkräfte, die durch gezielte Reflexion und Standortbestimmung ihre Wirkung im Unternehmen entscheidend erhöhen können.

Es ist Adventszeit – ursprünglich die Zeit der Ankunft.

Vielleicht sollten auch wir uns dann und wann fragen, ob wir angekommen sind? Ich wünsche Ihnen allen, dass 2019 ein positives Jahr wird, weil Sie Vorhaben, Vorsätze und Probleme in Ziele und Lösungen umwandeln.

Eröffnungs-Apéro

Am Freitag, 19. Oktober 2018, hatte ich die grosse Freude und Ehre, mit rund 40 Gästen aus dem Wirtschaftsraum Bern auf die Eröffnung der Karriere Boutique anzustossen. Mit auserlesenen Tropfen und ungezwungenen Gesprächen genossen wir während ein paar Stunden «Life» statt «Work».

Kommen Sie auf ein first step-Gespräch vorbei – gerne zu einer Tasse Kaffee oder Tee. Schliesslich ist ein stimmiges Bauchgefühl der Schlüssel zur erfolgreichen Zusammenarbeit.